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Coworking als Chance

Bündnis 90/Die Grünen im Kreisverband Pinneberg beschäftigen sich schon seit längerem stärker mit neuen erfolgreichen Wirtschaftsstrategien. Themen wie Nachhaltigkeit und Gemeinwohlökonomie standen in Mitgliederversammlungen auf dem Programm.

„Wir wollen vor Ort sehen, was machbar ist und welche guten Potentiale und Lösungen es bereits gibt.“ betont Jens Herrndorff, Vorsitzender im Kreisverband Pinneberg der GRÜNEN. Zusammen mit den GRÜNEN Bürgermeisterkandidaten für Uetersen, Thorsten Berndt und des Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsfraktion Bernd Möbius war Herrndorff daher im Gespräch mit der Firma mworks in Uetersen.

„Wir wollten uns natürlich informieren, welche Problemlagen Corona im Unternehmen entstanden sind. Gleichzeitig haben wir auch ein gemeinsames Interesse an zukunftsträchtigen Impulsen für unsere kommunale und regionale Wirtschaft“, beschreibt Kreistagsabgeordnete Nadine Mai, die den Termin begleitet hat, die Intention des Besuches.

Geschäftsführer Lars Kobialka, der das Unternehmen im Jahr 2011 gegründet hat, erklärt die Motivationen und Hintergründe für sein innovatives Konzept: “Wir sind die Maschinenfinder. Unser Motto: Wenn es ihre Maschine gibt, dann finden wir sie. Wenn es sie nicht gibt, erfinden wir sie. Ich habe in meinem Beruf als Ingenieur gemerkt, dass es die meisten Unternehmen vor komplexe Herausforderungen stellt, neue Produktionslösungen zu realisieren. Gerade im Bereich maßgeschneiderter Individuallösungen und neben dem Tagesgeschäft stoßen viele produzierende Betriebe an ihre Grenzen. Deswegen habe ich mworks gegründet: Wir schließen genau diese Lücken und helfen unseren Kunden aus Mittelstand und Industrie diese Hürden erfolgreich zu meistern.“

Der Standort Uetersen sei gut, ebenso die Förderung durch den Kreis. Über den Kontakt zur WEP im Kreis Pinneberg wäre unter anderem ein zweiter Standort in Appen übernommen worden. 

Thorsten Berndt, der im Oktober zum Bürgermeister gewählt werden möchte, sieht gerade in diesen lokalen Netzwerken einen großen Vorteil, auch für ein international agierendes Unternehmen wie mworks: „Ein Unternehmen, dass auch durch seine Menschen begeistert. Es ist die Strahlkraft von innovativen Start-Ups, die wir in der der Region nutzen sollten und in regionale Netzwerke einbinden müssen. Das ist Chance und Aufgabe der Stadt Uetersen.“

Es nicht damit getan, einen geeigneten Coworking-Ort zu finden, sondern es muss eine Idee mit Leben gefüllt werden.

Die effektive und nachhaltige Steuerung von Ressourcen ist – so die GRÜNEN – eine Zukunftsfrage, in der sich ökonomische Interessen sehr gut mit Fragen von Sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz verbinden. Insbesondere das Engagement Kobialkas für ein Coworking-Projekt in Uetersen hat die GRÜNEN im Kreis Pinneberg interessiert.

Zusammen mit der Landtagsfraktion der GRÜNEN und der Genossenschaft CoWorkLand aus Kiel erarbeiten die Kreisgrünen aktuell einen Antrag und ein Konzept für diesen Bereich. In Lägerdorf aber auch in Elmshorn, wo jüngst mit der Smart-Factory ein solcher Ort entstanden ist, hat sich Jens Herrndorff bereits Projekte angesehen: „Coworking, Coliving, offene Werkstätten und andere nachhaltige Konzepte können die Grundlage für ein wirtschaftliches und soziales Ökosystem schaffen, das einen Impact nicht nur für die daran beteiligten Menschen, sondern auch für die Stadt und die gesamte Region geben kann. Doch natürlich ist es nicht damit getan, einen geeigneten Ort zu finden, sondern es muss eine Idee mit Leben gefüllt werden.“ 

Für den ‚Maschinenfinder‘ Kobialka sind die Chancen vor allem in der Flexibilität der Arbeitsorte und der beanspruchten Plätze und Technik zu sehen: „Ich habe mworks im Keller meines Wohnhauses gegründet. Doch der ist schnell zu eng geworden. Hier hätte ich mir in Uetersen einen Coworking-Space gewünscht, um flexibel wachsen zu können. Am besten wäre natürlich ein Zentrum, in dem auch Werkstätten etc. vorhanden sind, die individuell nutzbar sind. Mal brauchen wir eine besondere Technik, um Dinge auszuprobieren. Mal arbeiten viele Externe an unseren Projekten, für die wir Platz und Arbeitsräume benötigen. Raum für Ideen, ohne gleich einen Mietvertrag für mehrere Jahre unterschreiben zu müssen, das wäre ein guter Impuls.“

Co-Working-Places bieten nicht nur die Chance nicht genutzte Gewerbeflächen neu zu nutzen, sondern auch bestehende Unternehmen mit flexiblen Raumanforderungen in der Stadt zu halten.

Thorsten Berndt ergänzt: „Coworking-Places bieten nicht nur die Chance nicht genutzte Gewerbeflächen neu zu nutzen, sondern auch bestehende Unternehmen mit flexiblen Raumanforderungen in der Stadt zu halten. Ein Konzept mit Zukunft für die Stadt Uetersen, die durch ihre dichte Bebauung kaum neue Flächen zu bieten hat.“

Flexibilität ist auch ein wichtiges Stichwort für die Zeit nach Corona, denn dieses hat auch bei mworks einen Riss in den Auftragsbüchern hinterlassen. So seien vor allem die Industriedienstleistungen weggebrochen, da Werke schlossen und Reisen nicht möglich waren. Die duale Strategie zahlt sich nun besonders aus. 

Von der Politik und einem neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin wünscht sich der Unternehmer ein unternehmerfreundliches Klima in Uetersen, und dass Unternehmertum wertgeschätzt und gefördert wird: „Uetersen kann ein noch schönerer Ort zum Leben werden. Interessante Arbeitsplätze vor Ort sind dafür ein wichtiger Faktor. Ich freue mich, wenn dazu ein attraktives Umfeld für neue und alte Unternehmen geschaffen wird.“ so Kobialka.

Gemeinsam wollen sie das Thema Sharing und Coworking nun in die Breite bringen und lokale Akteure überzeugen, Infrastruktur-Projekte vorantreiben.


Pressemitteilung des Kreisverbands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 11.08.2020

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